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Das Schlafbedürfnis eines Welpen – warum weniger Action manchmal mehr Liebe bedeutet


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Wenn ein Welpe bei uns einzieht, möchten wir ihm natürlich die ganze Welt zeigen. Wir kaufen Spielzeug, planen die ersten Ausflüge, laden Familie und Freunde ein und können eigentlich gar nicht genug von diesem kleinen Wesen bekommen.

Das ist absolut verständlich. Schließlich haben wir lange auf diesen Moment gewartet.

Was dabei jedoch schnell unterschätzt wird: Ein Welpe braucht nicht ständig Beschäftigung. Er braucht vor allem sehr viel Schlaf, Ruhe und Zeit, um all die neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Und mit „viel Schlaf“ meine ich wirklich viel.

Ein Welpe benötigt je nach Alter, Temperament und Tagesablauf ungefähr 18 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe innerhalb von 24 Stunden. Dazu gehören nicht nur die Phasen, in denen er tief und fest schläft, sondern auch das Dösen, Entspannen und ruhige Liegen.

Das klingt im ersten Moment vielleicht enorm. Aber ein Welpe ist eben noch ein Baby. Sein Körper wächst, sein Gehirn entwickelt sich und jeden Tag prasseln unzählige neue Informationen auf ihn ein.

Nach mittlerweile 16 Jahren als Züchterin erlebe ich immer wieder, dass viele vermeintliche „Welpenprobleme“ gar keine echten Erziehungsprobleme sind. Häufig ist der Welpe schlicht und einfach müde, überfordert oder komplett überdreht.

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Havapoo

Ein Welpe muss nicht den ganzen Tag beschäftigt werden

Viele Menschen haben Angst, ihrem Welpen könnte langweilig werden. Deshalb wird gespielt, trainiert, gekuschelt, spazieren gegangen und zwischendurch noch schnell ein neuer Trick ausprobiert.

Der Tagesablauf sieht dann ungefähr so aus:

Der Welpe wacht auf, geht nach draußen, bekommt sein Futter, spielt, lernt „Sitz“, erkundet den Garten, fährt vielleicht noch eine Runde mit dem Auto und bekommt anschließend Besuch von den Nachbarn.

Für uns klingt das nach einem schönen und abwechslungsreichen Tag. Für das Nervensystem eines Welpen kann das jedoch bereits viel zu viel sein.

Ein Welpe muss nicht rund um die Uhr bespaßt werden. Im Gegenteil: Wenn er ständig neue Reize bekommt, kann er irgendwann gar nicht mehr selbstständig abschalten.

Er wirkt dann vielleicht voller Energie. Tatsächlich ist er aber häufig nicht unterfordert, sondern übermüdet.

Das ist ähnlich wie bei kleinen Kindern. Sie werden bei Müdigkeit nicht immer automatisch ruhig. Manche drehen erst richtig auf, werden quengelig, wild oder impulsiv. Bei Welpen ist das nicht anders.

Warum Schlaf für einen Welpen so wichtig ist

Während des Schlafens passiert im kleinen Welpenkörper unglaublich viel.

Der Körper wächst und regeneriert sich. Das Gehirn verarbeitet die Erlebnisse des Tages. Neue Informationen werden sortiert und das Gelernte wird abgespeichert. Auch das Immunsystem und die Regulation von Stress sind auf ausreichende Erholungsphasen angewiesen.

Ein Welpe lernt deshalb nicht nur während des Trainings. Ein wichtiger Teil des Lernens findet anschließend in der Ruhe statt.

Wenn wir beispielsweise den Rückruf üben, den Welpen an sein Geschirr gewöhnen oder ihm eine neue Umgebung zeigen, braucht er danach Zeit, um diese Erfahrung zu verarbeiten.

Mehr Training bedeutet also nicht automatisch mehr Lernerfolg. Oft ist eine kurze, positive Übung mit anschließender Ruhe wesentlich wertvoller als eine lange Trainingseinheit.

Schlaf ist keine Pause von der Entwicklung. Schlaf ist ein wichtiger Teil der Entwicklung.

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Woran erkenne ich, dass mein Welpe übermüdet ist?

Ein übermüdeter Welpe legt sich nicht zwangsläufig einfach hin und schläft. Manche Welpen können ihre Müdigkeit noch nicht gut regulieren. Sie brauchen unsere Unterstützung, um zur Ruhe zu kommen.

Typische Anzeichen für Übermüdung können sein:

  • Der Welpe läuft plötzlich wie verrückt durch die Wohnung.
  • Er bekommt seine berühmten „fünf Minuten“ und rast unkontrolliert herum.
  • Er beißt verstärkt in Hände, Füße, Kleidung oder Möbel.
  • Er kann sich kaum noch konzentrieren.
  • Er reagiert auf jedes kleine Geräusch.
  • Er bellt, fiept oder jammert vermehrt.
  • Er wirkt gereizt oder frustriert.
  • Er hört scheinbar überhaupt nicht mehr.
  • Er findet keinen Platz und läuft immer wieder herum.
  • Er wird beim Spielen zunehmend grob.
  • Er kratzt oder knabbert auffällig viel an sich.
  • Er kommt trotz sichtbarer Müdigkeit nicht selbstständig zur Ruhe.

Gerade das Beißen in Hände, Hosenbeine und Füße wird schnell als Dominanz, Ungehorsam oder aggressives Verhalten interpretiert. In vielen Fällen ist der Welpe jedoch einfach am Ende seiner Kräfte.

Dann braucht er nicht noch mehr Beschäftigung und auch keine strenge Strafe. Er braucht Ruhe, Orientierung und einen geschützten Rahmen.

Der Unterschied zwischen müde und ausgelastet

Natürlich braucht ein Welpe Bewegung, soziale Kontakte, Umweltreize und kleine Lerneinheiten. Aber alles sollte altersgerecht dosiert werden.

Ein ausgelasteter Welpe ist nach einer Aktivität zufrieden und kann sich entspannen.

Ein überforderter Welpe ist innerlich so aufgedreht, dass er nicht mehr abschalten kann.

Das kann von außen ähnlich aussehen, fühlt sich für den Welpen aber völlig unterschiedlich an.

Unser Ziel sollte deshalb nicht sein, den Welpen möglichst müde zu machen. Wir sollten ihm helfen, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung zu entwickeln.

Nicht jeder Tag muss ein Abenteuer sein. Ein ruhiger Tag ist kein verlorener Tag.

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Wie lange darf ein Welpe am Stück wach sein?

Hier gibt es keine starre Regel, die für jeden Welpen gleichermaßen gilt. Alter, Rasse, Charakter, Gesundheitszustand und die Intensität der Erlebnisse spielen eine große Rolle.

Als grobe Orientierung gilt jedoch: Besonders junge Welpen können häufig nur etwa 45 bis 60 Minuten am Stück wach sein, bevor sie wieder eine längere Ruhephase benötigen.

Dabei kommt es darauf an, was in dieser Wachzeit passiert ist.

Eine Stunde entspanntes Zusammensein zu Hause ist etwas anderes als:

  • eine Autofahrt,
  • ein Tierarztbesuch,
  • ein Stadtspaziergang,
  • eine Welpenstunde,
  • Besuch von mehreren Personen,
  • ein Treffen mit fremden Hunden,
  • das Kennenlernen eines neuen Ortes.

Je aufregender die Aktivität war, desto mehr Ruhe braucht der Welpe anschließend.

Schaut deshalb weniger ständig auf die Uhr und mehr auf euren Hund. Lernt seine Signale kennen. Mit der Zeit werdet ihr merken, wann er noch aufnahmefähig ist und wann sein kleines Nervensystem eine Pause benötigt.

Warum viele Welpen nicht von selbst zur Ruhe kommen

Manche Welpen legen sich einfach hin, wenn sie müde sind. Andere verpassen diesen Moment komplett.

Sie laufen weiter, suchen sich Beschäftigung, folgen ihren Menschen durch jeden Raum und reagieren auf jedes Geräusch. Gibt es immer wieder neue Angebote, bleiben sie wach – auch wenn sie längst nicht mehr aufnahmefähig sind.

Das bedeutet nicht, dass mit diesem Welpen etwas nicht stimmt. Selbstregulation muss sich erst entwickeln.

Ein Welpe muss lernen:

  • Nicht jede Bewegung bedeutet Action.
  • Nicht jedes Geräusch muss kontrolliert werden.
  • Nicht jedes Familienmitglied steht jederzeit zur Verfügung.
  • Nach einem Erlebnis folgt eine Pause.
  • Ruhe ist sicher.
  • Ich darf schlafen, ohne etwas zu verpassen.

Gerade in einem lebhaften Haushalt mit Kindern, mehreren Personen oder anderen Tieren ist es wichtig, dem Welpen bewusst Ruhe zu ermöglichen.

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So schafft ihr einen guten Schlafplatz

Ein geeigneter Ruheplatz sollte gemütlich, sicher und möglichst reizarm sein.

Er darf nicht mitten im größten Durchgangsverkehr liegen. Wenn ständig jemand über den Welpen steigt, Türen auf- und zugehen oder Kinder neben ihm spielen, kann er zwar müde wirken, schläft aber häufig nicht wirklich tief und erholsam.

Ein guter Schlafplatz sollte:

  • vor Zugluft geschützt sein,
  • nicht direkt an einer Heizung liegen,
  • ausreichend Platz bieten,
  • ruhig, aber nicht völlig isoliert sein,
  • für Kinder und Besucher tabu sein,
  • mit positiven Erfahrungen verbunden werden.

Der Welpe darf gern in der Nähe seiner Menschen schlafen. Gerade nach dem Einzug braucht er Nähe und Sicherheit. Er wurde schließlich gerade von seiner Mutter, seinen Geschwistern und seiner vertrauten Umgebung getrennt.

Nähe verwöhnt einen Welpen nicht. Sie hilft ihm zunächst dabei, sich sicher zu fühlen.

Später kann der Schlafplatz schrittweise so gestaltet werden, dass der Welpe auch ohne ständige Körpernähe entspannen kann.

Eine Box kann beim Zur-Ruhe-Kommen helfen

Eine positiv aufgebaute Box oder ein begrenzter Ruhebereich kann eine wertvolle Unterstützung sein. Besonders Welpen, die ständig hinter ihren Menschen herlaufen oder auf jeden Reiz reagieren, profitieren manchmal von einem geschützten, überschaubaren Rückzugsort.

Wichtig ist jedoch: Die Box darf niemals als Strafe verwendet werden.

Der Welpe sollte sie nicht mit Ärger, Zwang oder langem Wegsperren verbinden. Sie soll ein sicherer Ort sein, an dem er schlafen, entspannen und sich zurückziehen kann.

Die Gewöhnung erfolgt deshalb langsam und positiv:

  • Leckerlis werden freiwillig in der Box gesucht.
  • Mahlzeiten können dort angeboten werden.
  • Die Tür bleibt zunächst geöffnet.
  • Der Welpe darf selbstständig hinein- und wieder herausgehen.
  • Erst wenn er sich darin wohlfühlt, wird die Tür für sehr kurze Momente geschlossen.
  • Die Dauer wird kleinschrittig gesteigert.

Eine Box ersetzt weder Nähe noch Training noch eine angemessene Betreuung. Richtig aufgebaut kann sie dem Welpen aber helfen, äußere Reize auszublenden und leichter in den Schlaf zu finden.

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Ruhe muss im Alltag eingeplant werden

Wenn ein Welpe nicht von selbst zur Ruhe kommt, sollten wir die Ruhephasen bewusst in seinen Tagesablauf integrieren.

Nach dem Aufwachen geht es meist zuerst nach draußen. Danach kann der Welpe fressen, ein wenig spielen oder eine kurze Übung machen. Anschließend folgt wieder eine Pause.

Ein möglicher Ablauf könnte so aussehen:

Aufwachen, lösen, fressen, kurze gemeinsame Aktivität und danach wieder schlafen oder ruhen.

Es muss nicht jedes Mal ein Spaziergang, ein Training und ein großes Beschäftigungsprogramm stattfinden.

Oft reichen wenige Minuten bewusstes Erleben vollkommen aus. Ein bisschen schnüffeln, kurz den Garten erkunden oder eine kleine Alltagssituation kennenlernen – und dann darf der Welpe wieder zur Ruhe kommen.

Besonders nach aufregenden Terminen sollte der restliche Tag möglichst entspannt gestaltet werden. Nach einer Welpenstunde muss nicht noch der Baumarkt besucht werden. Nach einem Tierarzttermin braucht es nicht zusätzlich eine große Familienfeier.

Weniger ist in dieser Lebensphase sehr oft mehr.

Auch Kuscheln kann den Welpen wachhalten

Kuscheln ist wunderschön und für die Bindung wichtig. Trotzdem braucht auch ein kuschelnder Welpe irgendwann ungestörten Schlaf.

Wenn er bei jeder kleinen Bewegung gestreichelt, angesprochen oder fotografiert wird, bleibt sein Nervensystem aktiv. Viele Welpen sehen im Schlaf unglaublich süß aus – aber genau dann sollten wir sie möglichst in Ruhe lassen.

Das gilt besonders für Kinder. Sie sollten von Anfang an lernen, dass der Schlafplatz des Welpen tabu ist.

Wenn der Welpe schläft, wird er nicht:

  • hochgenommen,
  • geweckt,
  • zum Spielen aufgefordert,
  • am Schlafplatz bedrängt,
  • mit Spielzeug gelockt,
  • für Fotos in eine andere Position gelegt.

Ein schlafender Welpe braucht Schutz. Diesen Schutz können nur wir Erwachsenen zuverlässig gewährleisten.

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Muss es zu Hause immer vollkommen still sein?

Nein. Ein Welpe muss nicht in absoluter Stille aufwachsen.

Normale Alltagsgeräusche wie Gespräche, leise Musik, Schritte oder Haushaltsgeräusche dürfen vorhanden sein. Er soll schließlich lernen, in einem normalen Familienalltag zu entspannen.

Es macht jedoch einen Unterschied, ob im Hintergrund das Leben stattfindet oder ob direkt neben dem Schlafplatz dauerhaft Unruhe herrscht.

Der Welpe sollte nicht bei jedem Schlafen komplett von allen Geräuschen abgeschottet werden. Gleichzeitig sollte er auch nicht mitten im Trubel liegen müssen.

Wie so oft geht es um ein gesundes Mittelmaß.

Die ersten Nächte im neuen Zuhause

Die ersten Nächte sind für viele Welpen besonders herausfordernd.

Bis zu diesem Zeitpunkt haben sie meistens eng bei ihrer Mutter und ihren Geschwistern geschlafen. Plötzlich befinden sie sich in einem fremden Zuhause mit neuen Gerüchen, Geräuschen und Menschen.

Es ist deshalb vollkommen normal, wenn ein Welpe anfangs unruhig ist, fiept oder Nähe sucht.

Ich empfehle, den Schlafplatz zunächst in der Nähe des Bettes einzurichten. So merkt ihr schneller, wenn der Welpe unruhig wird und sich lösen muss. Gleichzeitig spürt er, dass er nicht allein ist.

Nächtliches Lösen sollte möglichst ruhig und unspektakulär ablaufen:

  • Licht nur so viel wie nötig,
  • nicht spielen,
  • nicht lange reden,
  • den Welpen lösen lassen,
  • anschließend direkt wieder zum Schlafplatz zurückkehren.

So lernt er nach und nach den Unterschied zwischen Tag und Nacht.

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Was tun, wenn der Welpe einfach nicht einschlafen will?

Wenn ein Welpe trotz Müdigkeit nicht zur Ruhe kommt, hilft meistens noch mehr Action am wenigsten.

Stattdessen könnt ihr:

  • Licht und Geräusche reduzieren,
  • Spielzeug wegräumen,
  • selbst ruhig werden,
  • Bewegungen im Raum verringern,
  • den Welpen zu seinem Ruheplatz begleiten,
  • einen sicheren Kauartikel anbieten, sofern er diesen unter Aufsicht ruhig nutzt,
  • Nähe geben, ohne ihn ständig zu bespaßen,
  • feste Ruhezeiten etablieren,
  • den Tagesablauf insgesamt überprüfen.

Unsere eigene Energie spielt ebenfalls eine Rolle. Wenn wir selbst hektisch durch die Wohnung laufen, laut telefonieren oder ständig prüfen, ob der Welpe nun endlich schläft, fällt ihm das Abschalten häufig schwerer.

Ruhe kann man nicht erzwingen. Man kann aber Bedingungen schaffen, unter denen sie leichter möglich wird.

Bitte nicht jedes Verhalten wegtrainieren

Ein übermüdeter Welpe kann sich nicht mehr gut konzentrieren. In diesem Zustand zehnmal „Nein“ zu sagen, Kommandos abzufragen oder ein intensives Training zu starten, führt meistens nur zu noch mehr Frust – auf beiden Seiten.

Wenn der Welpe plötzlich völlig außer Rand und Band ist, stellt euch zuerst folgende Fragen:

  • Wie lange ist er schon wach?
  • Was hat er heute bereits erlebt?
  • Gab es Besuch oder eine neue Umgebung?
  • Hat er wirklich geschlafen oder nur unruhig gedöst?
  • War der Spaziergang vielleicht zu lang?
  • Hatte er ausreichend ungestörte Ruhephasen?

Manchmal ist die beste Trainingsentscheidung, das Training zu beenden und dem Welpen Schlaf zu ermöglichen.

Zu wenig Schlaf kann langfristig Probleme verstärken

Ein dauerhafter Schlafmangel kann dazu führen, dass ein Welpe immer unruhiger und reizbarer wird. Er kann schlechter lernen, schneller frustriert sein und stärker auf Umweltreize reagieren.

Es entsteht leicht ein Kreislauf:

Der Welpe ist übermüdet und dreht auf. Die Menschen glauben, er sei nicht ausgelastet, und beschäftigen ihn noch mehr. Dadurch schläft er noch weniger und wird anschließend noch unruhiger.

Aus einem eigentlich müden Welpen wird so scheinbar ein kleiner „Problemhund“.

Deshalb lohnt es sich, bei auffälligem Verhalten immer auch den Tagesablauf und die tatsächlichen Ruhezeiten anzuschauen.

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Jeder Welpe ist individuell

Natürlich sind nicht alle Welpen gleich.

Ein eher ruhiger Welpe zieht sich vielleicht von selbst zurück. Ein neugieriger, temperamentvoller Welpe möchte dagegen überall dabei sein und braucht mehr Unterstützung beim Abschalten.

Auch die Umstellung in das neue Zuhause verläuft unterschiedlich. Manche Welpen schlafen bereits nach wenigen Tagen entspannt. Andere benötigen länger, bis sie sich sicher genug fühlen, um wirklich loszulassen.

Vergleicht euren Welpen deshalb nicht ständig mit anderen.

Nur weil der Welpe einer Freundin überall unter dem Tisch einschläft, bedeutet das nicht, dass euer Welpe das ebenfalls sofort können muss.

Schaut auf das Tier, das vor euch steht.

Mein Fazit: Schlaf ist kein Luxus

Ein Welpe braucht nicht jeden Tag ein riesiges Programm. Er braucht Sicherheit, Orientierung, liebevolle Grenzen und sehr viel Ruhe.

Wir müssen ihm nicht ständig etwas bieten. Wir dürfen ihm auch einfach erlauben, anzukommen, zu beobachten, zu schlafen und langsam in sein neues Leben hineinzuwachsen.

Ein ausgeschlafener Welpe kann besser lernen, ist emotional ausgeglichener und kann neue Erfahrungen leichter verarbeiten.

Wenn euer Welpe also nach kurzer Zeit wild durch die Wohnung rast, in eure Hände beißt und scheinbar „gar nicht hören will“, fragt euch nicht nur:

„Wie kann ich ihn noch mehr auslasten?“

Fragt euch zuerst:

„Wann hat mein Welpe zuletzt wirklich tief und ungestört geschlafen?“

Manchmal braucht er kein weiteres Spielzeug, keinen längeren Spaziergang und auch keine zusätzliche Trainingseinheit.

Manchmal braucht er einfach nur Ruhe.

Und diese Ruhe zu ermöglichen, ist keine Langeweile und auch kein Verwöhnen. Es ist Fürsorge, Verständnis und echte Verantwortung für ein kleines Lebewesen, das gerade erst beginnt, unsere große Welt kennenzulernen.

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