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🐾 Umzugsstress beim Welpen – wenn er sich plötzlich häufiger kratzt und in Hände oder Beine beißt 🐾


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Der Einzug eines Welpen ist für die neue Familie ein wunderschöner und aufregender Moment. Meist wurde diesem Tag schon lange entgegengefiebert. Alles ist vorbereitet, das Körbchen steht bereit und jeder möchte das neue Familienmitglied kennenlernen, streicheln und mit ihm spielen.

Für den kleinen Welpen fühlt sich dieser Tag jedoch vollkommen anders an. Von einem Augenblick auf den anderen verändert sich seine gesamte Welt.

Er verlässt seine Mutter, seine Geschwister, seine vertrauten Menschen und die Umgebung, in der er bisher aufgewachsen ist. Plötzlich riecht alles anders. Er hört fremde Geräusche, begegnet neuen Menschen und muss sich an einen völlig neuen Tagesablauf gewöhnen. Auch wenn ein Welpe dabei neugierig, offen und fröhlich wirkt, arbeitet sein kleines Nervensystem auf Hochtouren.

In meiner langjährigen Arbeit mit Welpen erlebe ich immer wieder, dass sich die Folgen dieser großen Veränderung erst im neuen Zuhause zeigen. Manche Welpen fiepen viel, laufen ihren Menschen ständig hinterher oder möchten kaum allein bleiben. Andere werden unruhig, drehen auf, kratzen sich plötzlich häufiger, knabbern an ihrem Körper oder an den Beinen und beißen in Hände, Füße oder Hosenbeine.

Natürlich sind die neuen Familien dann schnell verunsichert. Sie fragen sich, ob der Welpe vielleicht ein Hautproblem hat, aggressiv ist oder bereits ein Erziehungsproblem zeigt. Wenn die Haut unauffällig ist und das Verhalten vor allem in aufregenden Situationen auftritt, kann jedoch auch Umzugsstress dahinterstecken.

Das vermehrte Kratzen oder Knabbern kann eine sogenannte Übersprungs- oder Stresshandlung sein. Der Welpe weiß in diesem Moment noch nicht, wie er mit seiner inneren Anspannung umgehen soll. Durch das Kratzen, Knabbern oder Beißen versucht er, die aufgestaute Aufregung abzubauen und sich selbst zu regulieren.

Besonders deutlich wird dieses Verhalten häufig, wenn der Welpe gleichzeitig müde und überreizt ist. Er läuft plötzlich wild durch die Wohnung, kratzt oder knabbert an sich, schnappt nach Händen und Füßen, zieht an Hosenbeinen, springt hoch und scheint überhaupt nicht mehr zur Ruhe zu kommen.

Viele denken in diesem Moment, der Welpe hätte noch zu viel Energie und müsse deshalb weiter beschäftigt werden. Häufig ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: Der Welpe ist vollkommen übermüdet und kann nicht mehr selbstständig abschalten.

Ich vergleiche das gern mit einem übermüdeten Kleinkind. Auch ein kleines Kind legt sich nicht immer ruhig hin, sobald es müde ist. Es wird quengelig, weint, wird unruhig und kann sich gegen den Schlaf regelrecht wehren. Bei einem Welpen zeigt sich diese Übermüdung häufig durch wildes Herumlaufen, Kratzen, Knabbern und Beißen.

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Cockapoo Welpen

Welpen benötigen sehr viel Schlaf

Ein junger Welpe braucht je nach Alter täglich ungefähr 18 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe. Gerade in den ersten Tagen nach dem Umzug kann sein Ruhebedürfnis sogar noch größer sein. Schließlich muss er unzählige neue Eindrücke verarbeiten.

Deshalb ist mir besonders wichtig, den neuen Familien zu sagen: Weniger ist in der ersten Zeit deutlich mehr.

Ein Welpe muss nach seinem Einzug nicht sofort die gesamte Familie kennenlernen. Er braucht nicht jeden Tag Besuch, lange Spaziergänge, aufregende Ausflüge oder ein umfangreiches Trainingsprogramm. Auch wenn all das gut gemeint ist, kann es sein kleines Nervensystem schnell überfordern.

Zunächst darf der Welpe einfach nur ankommen. Ein ruhiger und gleichmäßiger Tagesablauf, kurze Löserunden, kleine gemeinsame Erkundungen und viele Schlafpausen geben ihm Sicherheit. Die große Welt kann er später noch Schritt für Schritt kennenlernen.

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Ein sicherer Ruheplatz hilft beim Abschalten

Jeder Welpe sollte einen festen und geschützten Ruheplatz haben. Das kann ein gemütliches Körbchen, ein kleiner Welpenauslauf oder eine positiv aufgebaute Box sein.

Dieser Bereich darf niemals als Strafe genutzt werden. Der Welpe soll mit seinem Ruheplatz etwas Schönes und Sicheres verbinden. Er darf dort lernen:

„Hier bin ich sicher. Hier passiert nichts. Hier muss ich nichts leisten und darf schlafen.“

Viele Welpen schaffen es anfangs noch nicht, allein zur Ruhe zu kommen. Dann kann es helfen, sich ruhig in ihre Nähe zu setzen, leise zu sprechen und die Umgebung etwas abzudunkeln. Fernseher, Kinder, Besucher und andere aufregende Reize sollten für eine Weile reduziert werden.

Der Welpe darf am Anfang die Nähe seiner Menschen benötigen. Das bedeutet nicht, dass er verwöhnt wird. Er muss das selbstständige Zur-Ruhe-Kommen genauso lernen wie Stubenreinheit, Leinenführigkeit oder das Alleinbleiben.

Was tun, wenn der Welpe in Hände und Beine beißt?

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Beißt der Welpe in Hände, Füße oder Hosenbeine, sollte man möglichst ruhig bleiben. Lautes Schimpfen, hektische Bewegungen oder ein spielerischer Kampf mit den Händen machen ihn häufig nur noch aufgeregter.

Besser ist es, die Bewegung kurz einzustellen und ihm ruhig ein geeignetes Kau- oder Spielzeug anzubieten. Wird das Beißen trotzdem immer heftiger und kommt zusätzlich vermehrtes Kratzen oder Knabbern hinzu, ist das für mich oft ein deutliches Zeichen: Dieser Welpe braucht jetzt keine weitere Beschäftigung, sondern dringend eine Pause.

Bitte erwartet in den ersten Tagen noch keinen perfekt angepassten Hund. Euer Welpe hat gerade sein gesamtes bisheriges Leben zurückgelassen. Er muss erst Vertrauen aufbauen und verstehen, dass dieses fremde Haus nun sein Zuhause ist und die neuen Menschen ab jetzt für ihn da sind.

Was er in dieser Zeit am meisten braucht, sind keine ständigen Abenteuer. Er benötigt Sicherheit, Geduld, Nähe, klare Abläufe und ausreichend Schlaf.

Vorübergehend häufigeres Kratzen, Knabbern und Beißen kann deshalb Ausdruck von Aufregung, Überforderung, Müdigkeit und Umzugsstress sein. Sobald der Welpe angekommen ist, mehr Sicherheit gewonnen hat und genügend Ruhe bekommt, wird dieses Verhalten häufig deutlich weniger.

Natürlich gilt trotzdem: Kratzt sich der Welpe dauerhaft und sehr heftig oder entstehen gerötete, wunde oder kahle Hautstellen, sollte vorsichtshalber ein Tierarzt aufgesucht werden. Zeigt sich das Kratzen jedoch überwiegend in aufregenden Situationen, ist die Haut unauffällig und wird es in ruhigen Momenten deutlich weniger, kann die Ursache durchaus in der momentanen Überforderung liegen.

💛 Ein Welpe muss nach seinem Umzug nicht sofort die ganze Welt kennenlernen. Zuerst darf er erfahren, dass sein neues Zuhause ein sicherer Ort ist.

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